02. Oktober 2010
Dampfmaschine aus dem Jahr 1913 soll nach Restaurierung durch Robert Friedrich Firmeneingang zieren
Pegnitz
Von Ralf Münch
Schwergewichtig ging es gestern bei der Firma Putzin in Gewerbegebiet Pegnitz-West bei Neudorf zu: Dort wurde eine Dampfmaschine angeliefert, deren Abladen sich angesichts ihrer Dimension als alles andere als leicht herausstellte.
Insgesamt 15,5 Tonnen wiegt das gute Stück, das in Einzelteile zerlegt aus Hof hierher transportiert worden war. Trotz dieses Puzzles wiegt das schwerste Teil immer noch viereinhalb Tonnen, alleine das Schwungrad bringt es auf stattliche vier Tonnen.
Im Schlachthof
„Es ist eine Dampfmaschine mit Kälteerzeuger aus dem Jahr 1913 von der Firma MAN“, sagt Ralf Putzin. Die Maschine wurde lange Zeit im Hofer Schlachthof eingesetzt. Als dieser 1996 abgerissen wurde, interessierte sich Dr. Hans Viessmann dafür, seines Zeichens Geschäftsführer der Firma Viessmann Kältetechnik. Er spielte mit dem Gedanken, den Kälteerzeuger restaurieren zu lassen, um das Monstrum schließlich in der Eingangshalle des Unternehmens der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Im Jahr 2002 jedoch verstarb er. Und seit dieser Zeit lagerten die Teile des Mehrtonners auf dem Firmengelände. Allerdings hinterließ der Geschäftsführer ein Vermächtnis, seinen letzten Willen: Die Maschine sollte nach seinem Tod in jedem Fall restauriert werden, um sie auszustellen zu können.
Wie es der Zufall will, kannte der Nachlassverwalter, Professor Friederbusch, den Pegnitzer Maschinenbau-Mittelständler Robert Friedrich. Einen
Mann, der sich nicht nur wegen seiner in ganz Pegnitz bekannten Dampfwalze „Nelly“ mit schweren, in die Jahre gekommenen Stahlkolossen auskennt und diese auch originalgetreu herzurichten weiß.
„Er hatte nur nicht genügend Platz für diese Maschine in seiner Werkstatt“, so Ralf Putzin. Unter Geschäftspartnern schloss man schließlich ein Abkommen: Restauriert wird in der Halle der Firma Putzin durch Friedrich.
Bereits im Sommer wurde die Maschine in Hof begutachtet, bevor sie gestern angeliefert wurde, um dann mittels eines Krans und einiger starker Männer und einer starken Dame, abgeladen zu werden. Kurios ist, dass es noch gar nicht fest steht, ob die Maschine überhaupt restauriert wird, denn erst eine Kostenermittlung soll zeigen, in welcher Höhe sich die Investition seitens Viessmann belaufen würde.
Die Restaurierungszeit ist, falls der Auftrag endgültig erteilt wird, schwer abzuschätzen. Lagerstellen müssen erneuert, eventuell sogar einige Teile neu angefertigt werden. Dies wird sich aber erst alles noch zeigen müssen. Selbst das Entrosten der Dampfmaschine von anno dazumal wird einige Zeit in Anspruch nehmen.
Und besonderen Wert legt man seitens Viessmann darauf: „Sie wollen, dass sich die Maschine, wenn sie im Foyer der Firma steht, auf Knopfdruck bewegt. Aber dennoch soll das alte Patina erhalten bleiben. Wie fabrikneu darf sie nicht aussehen“, erklärt Ralf Putzin.
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Copyright (c)2010 Nordbayerische Kurrier, Ausgabe 02./03.10.2010
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